Mittwoch, 8. Okt. 2014; ab 20:00: que[e]r saison start party

Das que[e]r ist wieder da! Um die neue Saison gebührend zu begrüßen, wollen wir an diesem Abend einfach nur feiern. Bei Bier oder Mate sollen die neuesten Sommergeschichten erzählt und der kommende Herbst angedacht werden. Es wird auch Gelegenheiten geben, Leute kennen zu lernen – die Menschen, die das Programm und die Theke an diesem, unserem Veranstaltungs­ und Verweilort organiseren, brauchen Unterstützung. Falls dich Kochgelegeheiten interessieren, du ne Menge Veranstaltungsideen hast, nichts davon auf dich zutrifft, und du einfach in netter Gesellschaft was trinken willt – schau vorbei!

Mittwoch, 1. Okt. 2014; 20:00: Wohin geht Brasilien?

Der Wahlkampf ist emotionsgeladen, spannend, er mobilisiert Brasilien – und die Welt. Es geht um eine Richtungsentscheidung. Nicht nur zwei Frauen kämpfen um das höchste Amt im Staat: zur Wahl steht die Weiterentwicklung der Demokratie, sozialer Fortschritt und v.a. der Dritte Weg Lateinamerikas als Antwort auf die westlichen Hegemonialmächte. Die regierende Präsidentin Dilma Rousseff, Ex­-Guerilleira, sieht sich einer, das Umweltfähnchen längst nicht mehr schwenkenden, von Gott gelenkten Person gegenüber, die auf die Stimmen der Rechten, der Oligarchen und der 22% fundamentalistischen Evangelikalen zählen kann. Célia Mara, brasilianische Künstlerin und Silvia Jura, Kultur­ und Sozialanthropologin und Brasilienkennerin, diskutieren die aktuellen Entwicklungen. globalista.net

Dienstag, 8. Juli 2014, 20:00: PrekärCafé: "Früchte des Zorns?!" Vortrag und Diskussion zum Arbeitskampf der Erntehelfer*innen 2013 in Tirol

Anfang Oktober 2013 wartete der ORF Tirol mit einer für viele überraschenden Kurzmeldung auf: Rund 60 Erntehelfer*innen aus Rumänien und Serbien hatten bei einem Gemüsebauern in Thaur, einem kleinen Ort sechs Kilometer östlich von Innsbruck, ihre Arbeit niedergelegt und sich zu einer Kundgebung versammelt. Ihr Protest richtete sich gegen die schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen am Thaurer Schotthof, dem größten Gemüsebetrieb in der industriellen Landwirtschaft Tirols. Im Zentrum stand dabei die Nichtabgeltung von Ansprüchen wie etwa Löhne auf Kollektivvertragsniveau sowie Sonderzulagen für Überstunden, Nacht- oder Sonntagsarbeit. In den folgenden Tagen überschlugen sich die Ereignisse: Von mehrstündigen Verhandlungen unter Beisein eines Vertreters der Landarbeiterkammer war die Rede; von korrigierten Abrechnungen und einer Ausbezahlung der vorenthaltenen Löhne für das Jahr 2013; und schließlich von der kollektiven Kündigung durch die Landarbeiter*innen. In der Folge wurde der Arbeitskampf auf rechtlicher Ebene fortgesetzt. Nachdem mit der Landarbeiterkammer die gesetzlich zuständige Interessenvertretung für ihr zurückhaltendes Agieren in die Kritik geraten war, stellte die Arbeiterkammer Tirol den Erntehelfer*innen zu diesem Zweck einen Anwalt zur Seite. Mitte Dezember 2013 wurde dann bekannt, dass die zum Teil seit Jahren am Schotthof tätigen Arbeiter*innen sich außergerichtlich mit dem Landwirt für die vorangegangenen Jahre auf eine Nachzahlung von rund 100.000 Euro geeinigt haben. Im Februar 2014 gelangte schließlich ein Nachspiel des Arbeitskampfs an die Öffentlichkeit: Medienberichten zufolge fordert die Tiroler Gebietskrankenkasse aktuell nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungs-Gesetz eine Strafe im Umfang von 1,4 Mio. Euro für den Thaurer Bauern. Das PrekärCafé wird sich im Juli mit dem erfolgreichen Arbeitskampf der Erntehelfer*innen auseinandersetzen - und damit zugleich eine in aufenthalts- wie beschäftigungsrechtlicher Hinsicht besonders prekäre Form migrantischer Lohnarbeit in den Fokus rücken. Eingeladen haben wir dazu Sonia Melo, freie Journalistin und Aktivistin der Plattform Bleiberecht aus Innsbruck, die sich seit Jahren mit den Missständen am Schotthof beschäftigt und den Arbeitskampf der Erntehelfer*innen solidarisch begleitet und unterstützt hat. Auf der Basis zahlreicher Interviews mit den Arbeiter*innen wird sie über die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie über den Verlauf der Auseinandersetzung berichten. Darüber hinaus sollen Ansätze zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation der Beschäftigten in der industriellen Landwirtschaft diskutiert werden, wie sie aktuell seitens gewerkschaftlicher, agrarpolitischer und antirassistischer Aktivist*innen entwickelt werden. Ab 18h: Wasser und Suppe, Plaudern und Vernetzen.

Dienstag, 1. Juli 2014, 20:00: Precarity Office IX: "Alles, was man über TTIP wissen muss"

Die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) ist ein umfassender Freihandels- und Investitionsvertrag, der gegenwärtig - unter Ausschluss der Öffentlichkeit - zwischen der Europäischen Union und den USA verhandelt wird. Wie Vertreter*innen beider Seiten bestätigen, ist das Hauptziel von TTIP die Beseitigung von regulativen "Hindernissen", die potenzielle Gewinne transnationaler Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks beschränken. Jedoch handelt es sich bei diesen "Hindernissen" um einige unserer wertvollsten Sozialstandards und Umweltvorschriften wie Arbeitnehmer*innenschutz, Regeln bezüglich der Nahrungsmittelsicherheit (einschließlich der Begrenzung von GMOs), Regeln zum Gebrauch von Giftstoffen, digitale Datenschutzrechte usw. Mit anderen Worten: Es steht viel auf dem Spiel.Nina Pohler (ATTAC) erzählt uns "Alles, was man über TTIP wissen muss". Mit anschließender Diskussion.Zwischen 18 und 20 Uhr ist wie immer das Precarity Office geöffnet: Beratung, gegenseitige Hilfe, Essen, Trinken und Plaudern. Precarity Office: www.precarityoffice.wordpress.com.

Mittwoch, 25. Juni; 20:00: Deutsche Scham – Österreichs Schamlosigkeit?

Gender. Medien. ‘Täterkinder’

Haben Gefühle eine Nationalität? Dies behauptet zumindest der Titel des Buches "Deutsche Scham. Gender. Medien. 'Täterkinder'". Anhand dreier individueller deutscher Familiengeschichten diskutiert die Autorin Konstanze Hanitzsch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus aus einer medienanalytischen und genderkritischen Perspektive.
Die Gender- und Literaturwissenschaftlerin wird am 25.Juni ihr Buch vorstellen und gemeinsam mit der Künstlerin und Filmemacherin Jo Schmeiser sowie mit dem Publikum über deutsche und österreichische Vergangenheitspolitik, "Täterkinder", das deutsche Familiengedächtnis und die Rolle und Bedeutung von Gender in diesem Themenfeld sprechen.

Buchpräsentation und Diskussion

Infos zu Barrieren beim Zugang zur W23

Mittwoch 18. Juni; 20:00: EXPEDITION Besetzen hat Geschichte (auch in Wien)

Expedition zu Schauplätzen von Hausbesetzungen
Teil 5 der "Recht-auf-Stadt"-Reihe im Rahmen von das que[e]r

Treffpunkt: W23
Zeit: 20 Uhr
Die Teilnahme an der Expedition ist mit Rad oder Öffis möglich.

Besetzungen in den 1970ern und 1980ern ereigneten sich bis auf Ausnahmen innerhalb des Gürtels. Die Bezirke wurden durch die alternativen und autonomen Strukturen aufgewertet. Häuser, die mit Prekarien zur Verfügung gestellt wurden, waren Antwort auf die Bewegungen, entstanden aber auch aus dem Widerspruch zwischen Verwertung und dem Wunsch nach "anderem" Leben. In den 1990er und 2000er Jahre erstreckte sich die Veränderung auf die Bezirke außerhalb des Gürtels. (Symbolische) Besetzungen nicht nur dort zeigen, dass der Prozess der Veränderung dort noch nicht abgeschlossen ist. Besetzungen hatten Erfolg in der Veränderung der Stadt UND als Versuche eines Lebens gegen die vorherrschenden kapitalistischen Zwänge.
Der Rundgang mit Robert Foltin besucht noch bestehende Orte wie auch solche, die verschwunden sind und erzählt deren Geschichte mit Blick auf die frühere und aktuelle Stadtentwicklung. Weitere Protagonist_innen von damals und heute sind angefragt.

Mittwoch, 11. Juni; 20:00: Überwachungspraxen und -techniken

Werde ich überwacht? Wie überwachen Repressionsbehörden emanzipatorische Proteste? Wie kann ich sicher kommunizieren? Diese und ähnliche Fragen münden oft in ohnmächtiger Resignation, denn rein technisch scheint alles möglich. Die Folge ist ein ständiges Schwanken zwischen Leichtsinn und Paranoia.
In dieser Veranstaltung wollen wir von Spekulationen wie "vielleicht machen die das" und "ich hab gehört, das wird auch gemacht" wegkommen. Im Mittelpunkt soll stehen, was Repressionsbehörden, die gegen emanzipatorische Bewegungen ermitteln, bereits eingesetzt haben. Als Grundlage dafür betrachten wir vergangene Prozesse, die uns Rückschlüsse auf Überwachungspraxen und -techniken geben können.

Inputs und Diskussion

Infos zu Barrieren beim Zugang zur W23